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Heute noch dominiert den akademischen Diskurs ein rhetorischer Stilbegriff, der die unterschiedlichen Tropen eint, die zum Schmuck des dichterischen Ausdrucks dienen sollen. 
Das Proseminar allerdings will den Stil als authentische und individuelle Ausdrucksleistung wiedergewinnen, in dem sich das In-der-Welt-Sein des Dichters in eigentümlicher Weise zum Ausdruck bringt. Stylus virum arguit (Burton). Der Stil ist Lebensausdruck eines Autors. Marcel Prousts Recherche bezeugt dies. Mithin ist der Stil (und damit die Kunst) eine tiefgreifende Erfahrungsweise, »insofern uns erlaubt ist, das Wesen der Dinge in sichtbaren [...] Gestalten zu erkennen«, wie Goethe schreibt. 
Merleau-Pontys Phänomenologie, die den Stil als Geste zu begreifen lernt, wird uns ermöglichen, auch andere Erscheinungsweisen (Malstil, Tanzstil, Lifestyle ...) je nach Interessenslage der Teilnehmer und Teilnehmerinnen in den Blick zu nehmen. 
Im letzten Seminardrittel soll dann konsequent die »Stilfrage« in das eigene philosophische Denken und Arbeiten zurückgeworfen werden. Und wie steht es zuletzt um die »Möglichkeit der Ästhetik als philosophischer Disziplin des Stils« (Görland)?